Hilfe für Wildlinge

Sie schleichen durch Kleintieranlagen, über Hinterhöfe, Friedhöfe und Lagergelände, stets auf der Suche nach Futter. Mache Tierschützer nennen sie "Wildlinge": Wild geborene und ohne direkten Menschenkontakt aufgewachsene Katzen (nicht zu verwechseln mit ausgesetzten Hauskatzen!). Sie leben zwar in der von Menschen gestalteten Umgebung, lassen sich aber nicht anfassen oder gar in die Wohnung locken.

Wer eine solche Katze einsperrt oder gar ins Tierheim schafft, hilft ihr nicht. Freiheitsentzug bedeutet für diese "Wildlinge" seelische Qual, Stress und Leid. Als "schwer vermittelbar" sitzen sie oft monatelang - oder jahrelang im Gehege, bis sie eine Unterkunft mit ausreichendem Auslauf oder wieder eine betreute Futterstelle gefunden haben. Oft sterben sie an Krankheiten, die vom überlasteten Tierpersonal zu spät oder gar nicht bemerkt werden, weil sich die Katzen verstecken, sobald ein Mensch auch nur in ihre Nähe kommt.

In Freiheit lebende "Wildlinge" vermehren sich jedoch verstärkt. Schon mit ca. sechs Monaten werden sie geschlechtsreif. Der Nachwuchs ist oft zum tode verurteilt: Katzenseuche, Katzenaids und andere Krankheiten bringen Siechtum. Neugeborene Kätzchen erkranken oft schon nach wenigen Tagen oder Wochen an Vereiterungen der Augen, der Nase und der Atmungsorgane; sie gehen meist früh zugrunde. Die überlebenden Katzen stecken wiederum ihre Artgenossen mit Infektionskrankheiten an und die Todesspirale geht weiter.

Die einzige Möglichkeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist die Kastration der wildlebenden Katzen. hier sind nund die wirklichen Tierfreunde gefordert, die die Reviere der Katzen kennen und diese gar füttern. Sie sollten den nächstgelegenen Tierschutzverein auf diese "Wildlinge" aufmerksam machen. Mit speziellen Lebendfallen werden die Katzen dann eingefangen, kastriert und nach einigen Tagen wieder in ihren gewohnten Lebensbereich zurückgebracht.

Die Kosten dieser sog. "Kastrationen" werden manchmal von Tierfreunden übernommen. Andere Menschen jedoch wollen den "Wildlingen" keinen Lebensraum zugestehen - nicht selten bleiben daher die Tierschützer auf ihren Kosten sitzen.

Füttern allein genügt nicht! Besprechen Sie mit dem für ihren Wohnort zuständigen Tierschutzverein, wie am besten vorzugehen ist. Sammeln Sie im Freudes- und Bekanntenkreis Geld für die Tierarztkosten.

Helfen Sie den Wildlingen!

© Gunda O`Neal, Frankfurt / Main

Sie wissen wo in ihrer Nachbarschaft Wildlinge leben? Melden Sie sich unter (0 51 41) 3 29 00 oder hemme@tierfreunde-celle.de bei Frau Hemme und geben uns Bescheid, damit wir den Katzen helfen können.