Die Massentierhaltung

Als Massentierhaltung bezeichnet man die Haltung vieler Tiere - vor allem Geflügel, Rindern und Schweinen - auf sehr engem Raum. Durch diese billige Art und Weise erfolgt die Erzeugung sehr großer Bestände von Fleich und anderen Produkten (Eier, Milch).
Im Tierschutzgesetz wird Massentierhaltung definiert, wenn mehr als 1250 Mastschweine, mehr als 20.000 Legehennen oder mehr als 30.000 Masthühner gehalten werden. Zur Massentierhaltung benötigt man kaum Menschen sondern hauptsächlich Maschinen um möglichst große Gewinne zu erzielen.

Tiere haben Rechte, aber sie wurden ihrer beraubt

Milliarden Nutztiere, welche keine Lobby oder Wählerstimmen besitzen, werden in diesem System zu reinen Produktionsmaschinen degradiert. Lebenslang in engste Käfige, auf Drahtgitter, Blech- oder Betonspaltenböden gesperrt, durch Fütterung, Züchtung und Gentechnik zu höchster Leistung gezwungen, sind sie der Ausübung praktisch aller ihrer natürlichen Verhaltensweisen beraubt: degenerierte Sklaven des menschlichen Wohlstands und der Errungenschaften seines technischen "Fortschrittes". Am Ende ihres erbärmlichen Daseins - nach einem Holocaust im Schlachthof - sind sie nur noch Wegwerfprodukt (Legehennen) oder Billigfleisch für eine degenerierte Gesellschaft, die sich frivolerweise "zivilisiert" nennt.
Der Philosoph Immanuel Kant, zu dessen Zeit es noch keine Massentierhaltung gab, lehnte Tierquälerei aus einem einzigen Grund ab: Sie wirkt auf den Menschen verrohend. Ein Blick in die täglichen Zeitungen und TV-Bereichte beweist das:
Die Einstellung, mit der wir heute mit unseren Mitgeschöpfen umgehen, bzw. den Tatsachen gleichgültig gegenüberstehen, bewirkt letztlich, dass wir die Umwelt, aber auch unsere Mitmenschen genauso behandeln!

Massentierhaltung - was tun wir den Tieren an?

56% der Bundesrepublik Deutschland sind bäuerliches Kulturland. Aus dieser Zahl wird deutlich, welche Bedeutung und Verantwortung der Landwirt für die Pflege und den Erhalt unserer Landwirtschaft sowie der Tier- und Pflanzenwelt hat.
Die in alten Bildern, in Kinderliedern und -büchern dargestellte bäuerliche Idylle besteht schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr. Der Landwirt ist genau wie jeder andere Unternehmer gezwungen, immer stärker zu rationalisieren. Maschinen werden angeschafft; Güllebehälter und Hochsilo ersetzen Misthaufen und Scheune. Diese Maßnahmen geben dem einzelnen Landwirt die Möglichkeit, seine Produktion so zu erzeugen, dass er einigermaßen mit dem Weltmarkt konkurrrieren kann. Dadurch wird erreicht, dass heute ein einzelner Landwirt so viel erzeugt, wie noch vor zwanzig Jahren vier Bauern.
Die Intensivierung der Landwirtschaft ist nicht ohne Folgen für Landschaft und Natur geblieben. Die schwammige Erkrankung des Gehirns bei Rindern - besser bekannt als Rinderwahn oder BSE (Bovine Spongiforme Encephalopathie) ist wohl eine der Antworten auf unser aller Treiben mit den Tieren.
Wer ist Schuld an der Entwicklung? Der Landwirt sicher nicht; er kämpft lediglich um seine Existenz. Die Politiker? Die Verbraucher? Wären wir bereit, wesentlich mehr Geld für Agrarprodukte zu zahlen, wenn wir der Umwelt damit helfen könnten? Ohne Zweiefel handelt es sich um Probleme, die nur von allen Beteiligten gemeinsam gelöst werden können. Vor allem sollten wir mehr nachdenken, wie sich unsere Forderungen mit der Realität vereinbaren lassen:

  • gesunde und gehaltvolle Getreideprodukte zum Billigstpreis
  • schmackhaftes, makelloses Obst und Gemüse auch außerhalb der Erntezeiten
  • nahrhafter und gesunder Sonntagsbraten zum 'Aldi'-Preis

Geht denn das? Nein, völlig unmöglich! Billig ist nur möglich, wenn dafür die Tiere mit Minimalaufwand gehalten werden. Tierwürdiges Dasein kostet uns Pfennige mehr und das sollte es uns Wert sein!

Mastschweine

... in Kastenständen in der modernen Massentierhaltung 'normal'. Kein Umdrehen oder Umhergehen ist möglich. Einzig Aufstehen und das Abliegen und Absitzen auf den kalten, einstreulosen, von Exkrementen verschmierten Spaltenboden ist möglich.
Selbst die Muttersauen hausen in solchen Kastenstandsformen. Nach vier Monaten Trächtigkeit werden die Zuchtsauen in diese Buchten getreiben. Hier werfen die Tiere ihre Ferkel. Sie können sich nicht umdrehen, nur stehen und liegen. Es soll damit verhindert werden, dass sich die Sauen auf ihre Ferkel legen bzw. dass sie ihre Jungen dauernd säugen. Auch hier liegen und stehen die Tiere auf Spaltenböden ohne Stroh oder ähnliches. Jeder Sozialkontakt der Muttersau mit den Ferkeln ist so völlig unterbunden. Wohl bekommt´s!

Hühner

... eng zusammengepfercht leben die Hühner in den Batterien. Gerade die Fläche von zwei Dritteln eines DIN A4-Blatttes steht der europäischen Legebatterielegehenne zur Verfügung.
Die Tiere müssen auf schrägem Drahtrost stehen, damit die Eier abrollen können. Kannibalismus ist die einzige Beschäftigung, die die Hühner noch haben.
Vorsorglich wird ihnen daher schon als Junghenne ein Teil des Schnabels weggebrannt oder -geätzt.